Verhalten in Krise und Krieg: Die Kantone handeln, weil der Druck real ist

Die Regierungsräte aller Kantone haben einstimmig entschieden, die Bevölkerung auf Krise und Krieg vorzubereiten. Der Ratgeber heisst «Verhalten in Krise und Krieg», er erscheint Ende 2026 oder Anfang 2027, und er beginnt mit einem Satz, den Behörden nicht leichtfertig schreiben.

«Der Krieg ist nach Europa zurückgekehrt.»Eröffnungssatz des kantonalen Ratgebers «Verhalten in Krise und Krieg»

Das ist die Nachricht. Nicht das Heft zählt, der Entscheid dahinter zählt. Wenn die Regierungen aller 26 Kantone ohne Gegenstimme zum Schluss kommen, dass die Bevölkerung vorbereitet werden muss, dann haben sie eine Lagebeurteilung vor sich, die keinen Spielraum mehr lässt.

Der Druck kommt nicht aus der Schweiz

Als Grund nennt die Regierungskonferenz die sicherheitspolitische Lage in Europa. Schweden hat seinen Haushalten 2024 eine solche Broschüre geschickt. Finnland verteilt eine eigene Anleitung zur Selbstversorgung für 72 Stunden. Die EU-Kommission hat im März 2025 mit ihrer Preparedness Union Strategy von den Mitgliedstaaten verlangt, dass ihre Bevölkerung im Ernstfall mindestens 72 Stunden ohne Versorgung von aussen auskommt. Die Schweiz folgt einer Bewegung, die quer durch den Kontinent läuft und die überall dieselbe Ursache hat.

Zuletzt hat der Staat der gesamten Bevölkerung 1969 ein solches Heft nach Hause geschickt. Dass es jetzt wieder passiert, ist die ehrlichste Lagebeurteilung, die in den letzten Jahren öffentlich geworden ist. Und es bleibt nicht bei einer Broschüre: dazu gehört eine dauerhafte Informationsplattform. Krisenvorsorge wird damit zum festen Bestandteil der Bürgerpflicht, so wie Versicherung, Rauchmelder und Winterreifen.

Der Inhalt bestätigt unsere Arbeit

Was in dem Ratgeber stehen wird, ist bekannt: Notvorrat an Getränken und Nahrung für mindestens eine Woche, ein Radio, das ohne Stromnetz funktioniert, Hinweise zur Evakuierung, ein Plan für die Haustiere.

Das ist exakt die Substanz, an der wir seit Jahren arbeiten, und es ist exakt die Logik, auf der unser eigenes Modell steht. Wir haben Krisenvorsorge nie über Szenarien gedacht. Wir denken über Auswirkungen. Ob der Strom wegen eines Wintersturms ausfällt, wegen eines Angriffs auf die Netzsteuerung oder wegen einer Mangellage, spielt für deinen Haushalt keine Rolle. Der Effekt ist derselbe: kein Wasser aus dem Hahn, keine Kühlung, keine Kommunikation, keine Nachschublogistik. Die Ursache wechselt, die Auswirkung bleibt.

Genau deshalb landet eine Behörde, die den Kriegsfall durchdenkt, bei denselben Massnahmen wie wir. Es gibt keine zwei Listen.

Die Arbeitsteilung

Der Staat setzt den Rahmen und erreicht die Breite. Das kann er besser als jeder Private, und das ist auch seine Aufgabe. Was er nicht liefern kann, ist die Anwendung auf deine Situation.

Ein Ratgeber für die ganze Schweiz muss den Standard beschreiben. Er sagt, dass ein Notvorrat nötig ist. Er sagt nicht, wie viele Liter Wasser dein Haushalt braucht, wenn ihr zu viert seid und ein Kleinkind dabei ist. Er sagt nicht, ob deine Vorräte neun Tage tragen oder drei. Er sagt nicht, was in den Rucksack gehört, wenn du in zwanzig Minuten aus der Wohnung musst, und was nur Gewicht ist. Ein Standard ist eine Messlatte, kein Befund.

Diesen Teil liefern wir. Das ist der Schritt nach dem Ratgeber.

Wie weit bist du

Unser Krisenvorsorge-System macht aus der allgemeinen Empfehlung eine persönliche Standortbestimmung: ein Prinzip, drei Säulen, ein Vorsorge-Index von 0 bis 100. Du siehst, wo du stehst, statt es zu schätzen.

Die Reihenfolge ist dabei nicht verhandelbar: zuerst die Lage, dann der Plan, erst zuletzt das Material. Wer zuerst kauft, hat am Ende einen vollen Keller und trotzdem keine Antwort auf die Frage, wie lange er durchhält.

Drei Schritte für diese Woche

  1. Rechne deinen Wasserbedarf durch. Der Bund empfiehlt neun Liter pro Person für neun Tage. Miss nach, was tatsächlich im Haus ist.
  2. Prüfe, ob du ein Radio hast, das ohne Steckdose läuft, und ob die passenden Batterien da sind.
  3. Leg fest, wo sich deine Familie trifft, wenn das Mobilfunknetz weg ist. Das kostet nichts und fehlt in fast jedem Haushalt.

Wer mehr Tiefe will: wir haben aufgeschrieben, was ein Stromausfall konkret mit deinem Trinkwasser macht. In den meisten Haushalten fällt das Wasser als Erstes aus, und deutlich früher als erwartet.

Die Frage für deinen Haushalt lautet nicht, ob du vorsorgst. Sie lautet, wie weit du bist. Wer damit anfängt, wenn der Ratgeber im Land ist, fängt zusammen mit allen anderen an.

Quellen