Ein Notkocher ist die Kochstelle für den Fall, dass Herd, Gas und Strom ausfallen. Er brennt mit einer Tablette, mit Paste oder mit Holz, er wiegt wenige hundert Gramm und er braucht weder Anschluss noch Kartuschenvorrat. In unserem 3-Säulen-Modell gehört er zur Säule Versorgung, denn warmes Essen und abgekochtes Wasser entscheiden nach zwei Tagen ohne Strom mehr über die Lage als alles andere.

Der Notkocher 71 der Schweizer Armee

Wer in der Schweiz «Notkocher» sucht, meint meistens diesen: den Notkocher 71, oft auch M71 geschrieben, aus der Ordonnanz der Armee. Er besteht aus einem flachen Aluminiumbehälter mit Brennpaste, einem Deckel und einem Blechaufsatz, auf den der Becher oder das Kochgeschirr gestellt wird. Dazu kommt eine Packung Streichhölzer. Das ganze Gerät misst rund siebeneinhalb Zentimeter im Durchmesser bei fünf Zentimetern Höhe und wiegt etwa 170 Gramm. Die Füllung reicht je nach Wind und Temperatur, um zwei bis drei Mal einen halben Liter Wasser zum Kochen zu bringen. Gelöscht wird mit dem Deckel, den man dafür verkehrt herum auflegt, damit die Dichtung heil bleibt.

Wir führen diesen Kocher selbst nicht. Wer ihn aus der Dienstzeit noch besitzt, findet hier das, was dazugehört und regelmässig fehlt: einen passenden Trinkbecher mit Halter und andere leichte Kochstellen für denselben Zweck.

Welche Bauarten es gibt

  • Tablettenkocher. Ein Gestell, unter das eine Brennstofftablette gelegt wird. Der Brennstoff ist meist Hexamin, er brennt rauscharm, zündet auch nass und ist über Jahrzehnte lagerfähig. Die einfachste und leichteste Lösung, oft unter hundert Gramm.
  • Pastenkocher. Brennpaste im verschliessbaren Behälter, wie beim Notkocher 71. Der Vorteil ist, dass Brennstoff und Kocher ein Stück sind und nichts einzeln verloren geht.
  • Holzkocher. Ein doppelwandiger Blechzylinder, in dem Zweige, Zapfen und Rinde verbrannt werden. Die zweite Luftzufuhr durch die Doppelwand verbrennt den Rauch mit, das nennt sich Sekundärluft. Der Brennstoff liegt überall am Boden, dafür braucht es trockenes Holz und mehr Aufmerksamkeit.
  • Aufsätze und Halter. Ringe und Gestelle, die einen Becher oder Topf über die Flamme stellen. Sie machen aus einer Brennstoffquelle erst eine Kochstelle.

Was ein Notkocher leisten muss

Im Alltag wird nach Leistung gefragt, im Notfall zählt etwas anderes. Ein Kocher für den Ernstfall braucht Brennstoff, der ohne Aufwand lagert: Tabletten und Paste liegen jahrelang in der Schublade, eine Gaskartusche verliert mit der Zeit Druck und will kühl stehen. Er braucht eine Zündung, die unabhängig ist, also Streichhölzer oder Feuerstahl statt Piezo-Knopf. Er sollte drinnen wie draussen zu gebrauchen sein, mit offenem Fenster, weil jede Verbrennung Sauerstoff verbraucht und Kohlenmonoxid entsteht. Und er muss sich löschen und wieder verschliessen lassen, damit der Rest des Brennstoffs nicht verloren ist.

Sicherheit

Nie in einem geschlossenen Raum oder im Zelt kochen. Kohlenmonoxid ist geruchlos, und die ersten Zeichen einer Vergiftung sind Kopfweh und Müdigkeit, also genau das, was man in einer Notlage ohnehin erwartet. Ein gekippter Kocher mit brennender Paste lässt sich nicht mit Wasser löschen. Eine feste, nicht brennbare Unterlage und ein Deckel griffbereit lösen beide Probleme.

Für welchen Einsatz?

  • Krisenvorsorge im Haushalt. Die Kochstelle für den Stromausfall, zusammen mit Brennstoff für mehrere Tage.
  • Fluchtrucksack und Get-Home-Bag. Die leichteste Bauart, weil sie dauernd mitgetragen wird.
  • Camp, Bushcraft und Tour. Als Reserve neben dem Gaskocher, für den Fall dass die Kartusche leer oder eingefroren ist.
  • Fahrzeug. Warmes Getränk, wenn die Fahrt länger dauert als geplant.

Warum bei SWISS OWL

SWISS OWL ist dein Schweizer Fachhändler für Krisenvorsorge und taktische Ausrüstung. Wir wählen Kocher danach aus, ob sie nach Jahren im Schrank noch funktionieren, und nicht danach, wie schnell sie unter Idealbedingungen einen Liter aufkochen. Versand aus unserem Schweizer Lager, kostenloser Versand ab CHF 200. Beim Feuer ergänzen Feuerstahl und Sturmstreichhölzer als unabhängige Zündung. Zur Verpflegung gehören Kochen, Geschirr, Tactical Foodpacks und Notvorrat. Dazu Licht und Wärme.