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Stichschutzwesten schützen den Oberkörper gegen Stiche mit Messern und anderen spitzen Gegenständen. Sie werden eigens für diese Gefahr gebaut und geprüft, denn eine Klinge wirkt anders auf das Material als ein Geschoss. Diese Seite erklärt, worin sich Stichschutz von ballistischem Schutz unterscheidet und worauf du bei der Wahl achtest.

Stich, Schnitt und Geschoss

Ein Geschoss trifft mit hoher Geschwindigkeit auf eine kleine Fläche. Weiche ballistische Schutzeinlagen fangen es mit vielen Lagen zäher Fasern ab, die sich dehnen und die Energie verteilen. Eine Klinge dagegen trifft langsamer, aber mit einer Schneide und einer Spitze, die Fasern auseinanderdrängt oder durchtrennt. Darum ist ein Schutz gegen Geschosse nicht automatisch ein Schutz gegen Stiche. Auch zwischen Stich und Schnitt gibt es einen Unterschied. Stichschutz verhindert, dass eine Spitze eindringt, Schnittschutz schützt gegen eine Klinge, die über das Material gezogen wird. Dünne, spitze Gegenstände wie eine Ahle oder eine Nadel stellen nochmals andere Anforderungen.

Wie Stichschutz geprüft wird

Für Stichschutz gibt es eigene Prüfnormen. Dabei wird eine genormte Klinge oder Spitze mit festgelegter Energie auf die Weste gebracht und gemessen, wie tief sie eindringt. Die Schutzstufe sagt, bis zu welcher Energie die Weste diese Prüfung besteht. Massgebend sind die Angaben des Herstellers, wogegen genau die Weste geprüft ist, gegen Klingen, gegen Spitzen oder gegen beides. Manche Westen verbinden Stichschutz mit ballistischem Schutz in einem Paket.

Bauform und Sitz

Stichschutzwesten gibt es zum Tragen unter der Kleidung und zum Tragen darüber. Eine Weste unter dem Hemd fällt kaum auf, muss aber flach und leicht genug sein, um sie über Stunden zu tragen. Eine Weste über der Kleidung lässt sich rascher an- und ablegen und kann Taschen aufnehmen. In beiden Fällen gilt, dass die Weste nur die Fläche schützt, die sie abdeckt. Sie muss eng am Körper anliegen, damit sie beim Bücken nicht verrutscht, und vorne, hinten und an den Seiten genügend abdecken.

Pflege und Lagerung

Die Schutzeinlage wird nach den Angaben des Herstellers gereinigt und gelagert, meist flach, trocken und ohne Knick. Eine Weste mit sichtbaren Schäden an der Einlage gehört geprüft oder ersetzt.

Im Krisenvorsorge-System

In unserem 3-Säulen-Modell gehört die Stichschutzweste zur Sicherheit. Sie schützt den Rumpf mit den lebenswichtigen Organen in einer Lage, in der eine Bedrohung aus nächster Nähe kommt. Verwandte Themen findest du bei den Plattenträgern und den ballistischen Platten.